Übersicht Küchenhersteller

Beim Küchenkauf spricht man generell vom Kauf einer Küche – jedoch besteht die Küche aus sehr unterschiedlichen Bauteilen. Grob ist zu unterscheiden zwischen Küchenmöbeln (Korpi und Fronten), Arbeitsplatten, Rückwänden, Spüle und Armaturen sowie Elektrogeräten. Zusätzlich kommen auch Beschläge, Griffe, und das Innenleben der Küche dazu. Auch wenn viele Küchenhersteller Küchenmöbel inklusive Beschläge und Griffe, Arbeitsplatten, Rückwände sowie Elektrogeräte aus einer Hand anbieten, werden die jeweiligen Produktgruppen von unterschiedlichen Herstellern produziert.

In den letzten Jahren haben fast sämtliche größere Küchenhersteller wie z.B. Nobilia mit Junker, Häcker mit Blaupunkt, Burger Küchen mit Burg, sowie IKEA mit seinen eigens gebrandeten Geräten, begonnen Elektrogeräte anzubieten. Diese haben Herstellernamen und Produktbezeichnungen, die nirgendwo anders zu finden sind. Häufig wird dies gemacht, um den Preisvergleich von Elektrogeräten im Internet zu entkommen, weniger um einen günstigeren Preis als die Markengeräte anzubieten. In der Regel werden alle diese Elektrogeräte von den herkömmlichen Elektrogerätherstellern wie Bosch, Siemens, Gorenje, Electrolux, Whirlpool etc. im Auftrag produziert und sind identisch oder sehr ähnlich zu anderen Markenprodukten dieser Hersteller.

Küchenmöbelhersteller

Die Welt der Küchenmöbelhersteller ist sehr umfassend. Nur in Deutschland werden über 100 Küchenmöbelhersteller gelistet. Zusätzlich kommen Küchenmöbelanbieter aus Italien, Österreich, Niederlanden, Schweden und aus vielen weiteren Ländern dazu. In den letzten Jahren hat eine gewisse Konsolidierung auf dem Küchenmarkt stattgefunden z.B. durch die Insolvenz von dem zu der Zeit größten deutschen Küchenmöbelhersteller Alno in 2017. Viele Marken wie z.B. Bauformat und Burger werden von einer Dachfirma – „Kitchen Family“ angeboten. So gehören zum Beispiel zu Nobilia Küchen die Marken Fromatec, Altano und Vivari sowie 12 weitere Handelsmarken. Zu der Nolte Gruppe gehören Nolte Küchen und Express Küchen.

Die meisten deutschen Küchenmöbelhersteller sind in der Küchenregion Ostwestfalen beheimatet. Allein in der Stadt Löhne mit 40.000 Einwohnern, die für sich beansprucht, die „Weltstadt der Küchen“ zu sein, produzieren die weltweit bekannten Küchenmöbelhersteller SieMatic, Nolte und Bauformat.

Auch wenn Küchenmöbelhersteller die Küchenschränke und -schubladen aus einer Hand anbieten, kommen die Beschläge und Griffe meist von Herstellern wie Grass, Kesseböhmer, Blum, Häfele oder Hettich.

Die Preisunterschiede bei den Küchenmöbelherstellern sind enorm. Am oberen Ende mit hochpreisigen Produkten sind z.B. deutschen Küchenmöbelherstellern zu finden wie Poggenpohl, SieMatic, Bulthaup, Eggersmann oder Warendorf, aber auch italienische Marken wie Boffi, Valcucine oder Minotti sind hier einzuordnen. Eine Gemeinsamkeit die sämtlichen „Premiumküchenhersteller“ haben, ist, dass der Absatzmarkt in Deutschland relativ begrenzt ist und der Hauptteil des Umsatzes meist in weniger preis-leistungs-sensitiven Ländern wie Saudi-Arabien oder China erwirtschaftet wird. Im mittleren Preissegment sind Küchenmöbelherstellern zu finden wie Häcker, Leicht, Bauformat, Schöller, Beckermann, Alno oder Allmilmö, die sich alle preislich zwischen IKEA und den „Premiumküchenherstellern“ wie z.B. Poggenpohl und SieMatic einzuordnen sind. Im günstigeren Preissegment, und somit im harten Wettbewerb mit den Küchen von IKEA, sind Hersteller wie Nobilia, Express Küchen von Nolte, Pino von Nobilia, Burger, Optifit oder Brigitte zu finden.

Als größter Küchenmöbelhersteller gilt IKEA. Mit seiner aktuellen Küchenproduktlinie hat das schwedische Unternehmen noch ein Schritt gemacht, um seine Position im Küchenmarkt auszubauen. Wie bei allen seinen Möbeln, produziert IKEA auch seine Küchen nicht selbst, sondern lässt durch Outsourcing – häufig in Osteuropa – produzieren. Wichtig bei einem Preisvergleich mit IKEA-Küchen ist, dass Lieferung und Montage nicht im Preis inbegriffen sind, was in der Regel der Fall ist bei Angeboten von Küchenstudios und anderen Möbelhäusern. Bei relativ hohen Montagepreisen pro laufenden Küchenmeter, minimiert sich häufig der Preisvorteil einer IKEA-Küche schnell. Die Küchen selbst zu montieren wird von Kunden lt. vieler Internet-Rezensionen und Foren in der Regel nicht empfohlen.

Arbeitsplattenhersteller

Bei den Arbeitsplatten besteht eine sehr große Materialauswahl, von Natur- und Kunststein über Laminat hin zu Massivholzplatten. Bei den verschiedenen Materialien wickeln häufig sehr unterschiedliche Arbeitsplattenhersteller die Produktion ab. Die meisten Laminatarbeitsplatten werden von der Lechner Holding AG oder von AKP Arbeitsplatten hergestellt. Im Bereich Natur- und Kunststeinarbeitsplatten sind Hersteller wie Bartels Betonstein und Marmorwerk oder Jäschke Arbeitsplatten besonders präsent. Die meisten Massivholzplatten werden von Berthold Massivholzplatten oder Spekva Workshops produziert

Spülen- und Armaturenhersteller

Die gängigen Materialien für Spülen sind neben verschiedenen Edelstahlvarianten auch Keramik, Glas und Granitgemische. Dabei gibt es verschiedene Designformen, beispielsweise mit einem oder zwei Spülbecken. Küchenarmaturen werden aus verchromten Edelstahlen wie Aluminium oder vollständig vernickeltem Messing angeboten. Außerdem werden Armaturen farblich passend zu Granitspülbecken angeboten, beim Hersteller Blanco nennt sich diese Option Stilgranit. Küchenarmaturen gibt es in drei verschiedenen Höhen: tief (20 cm Auslauf), mittelhoch (25 cm Auslauf), und hoch (30-40 cm Auslauf). Die Designs reichen von klassischen bis zu modernen und futuristischen Armaturen.

Oft werden Armaturen und Spülen als aufeinander abgestimmte Sets von einem Hersteller angeboten. Die wichtigsten Hersteller von Armaturen und spülen sind Villeroy & Boch und Shock als Premiumhersteller, sowie Grohe, Rieber, Scandi und Franke zu dem auch die Marke KWC gehört.

Auch wenn IKEA und verschiedene Baumärkte ihre Spülen und Armaturen unter eigenem Markennamen anbieten, werden auch diese Produkte von externen Produzenten gefertigt.

Elektrogerätehersteller

Wie bei den Küchenmöbeln ist die Vielfalt der Anbieter von Küchenelektrogeräten sehr groß. Während gewisse Hersteller wie z.B. Miele, Bosch, Siemens, AEG, und Neff sämtliche Elektrogeräte abdecken von Induktionsherd, über Geschirrspüler bis hin zu Dunstabzug und Kühlschränken, haben andere wie z.B. Bora oder Berbel sich nur auf Dunstabzugsvarianten fokussiert.

In den letzten Jahren hat auch bei den Elektrogeräteherstellern eine Konsolidierung stattgefunden, viele Marken wie z.B. Bosch, Siemens, Gaggenau, Neff, Constructa und Junker werden von der gleichen Muttergesellschaft Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte angeboten. Weitere Beispiele für eine solche Bündelung sind die Whirlpool Corporation, der die Marken Whirlpool, Bauknecht und Privileg angehören sowie die Electrolux Gruppe zu der unter anderem AEG, Electrolux und Dometic gehören.

Vereinfacht kann der Markt für Elektrogeräte der Küche in drei Preissegmente eingeteilt werden. Als Premiumelektrogerätehersteller gelten z.B. deutsche Gerätehersteller wie Miele und Gaggenau oder „Produktspeziallisten“ wie Bora und Berbel. Im gehobeneren Mittelsegment sind Marken wie Bosch, Siemens, AEG und Samsung wieder zu finden. Im etwas günstigeren Bereich sind Hersteller wie LG, Bauknecht und Neff einzuordnen.

In den letzten Jahren sind auch neue Elektrogeräteanbieter, insbesondere aus dem asiatischen Raum, nach Deutschland gekommen. Marken wie Samsung oder LG versuchen vor allem mit innovativen Technologien, wie zum Beispiel internetfähigen Elektrogeräten, Marktanteile zu gewinnen.

Wie oben kurz erläutert, bieten viele Küchenmöbelhersteller eigene Elektrogeräte an – wie z.B. Nolte mit Reddy, Vivari von Nobilia, Blaupunkt von Häcker, Burg von Burger Küchen, sowie IKEA mit seinen mit IKEA-gebrandeten Produkten. Dabei handelt es sich nicht um Eigenproduktionen, sondern um Kooperationen mit den herkömmlichen Elektrogeräteherstellern, um in der Regel unter Eigennamen den Preisvergleich von Küchenelektrogeräten im Internet zu entkommen. Häufig nicht etwa, um besonders preiswerte Elektrogeräte anbieten zu können.

Auf dem Markt für (Induktions-) Herdplatten, Backöfen und Dampfgarer ist der Markt am oberen Ende von den Premiumelektrogeräteherstellern wie Gaggenau, Kueppersbusch und Miele aber auch von Spezialisten wie Elag geprägt. Im mittleren Segment sind Elektrogerätehersteller wie Siemens, Bosch, und AEG einzuordnen. Im Bereich der günstigen Induktionsherde und Backöfen positionieren sich Marken wie Constructa, Bauknecht, und Neff.

Die Welt der Kühl- und Gefrierschränke spiegelt die Markenpositionierung der Hersteller für Induktionsherde und Backöfen. Im Premiumsegment sind Hersteller wie Gaggenau, Liebherr und Sub-Zero/Wolf wieder zu finden. Die Mitte wird dominiert von deutschen Kühl- und Gefrierschrankherstellern wie Bosch und Bomann. Günstigere Kühl- und Gefrierschränke werden von Marken wie Hanseatic und Gorenje angeboten. Auch hier versucht zum Beispiel Samsung mit internetfähigen Kühl- und Gefrierschränken zu punkten.

Im Premiumsegment für Geschirrspülmaschinen finden sich die üblichen Marken wie Gaggenau und Miele wieder. Preislich etwas darunter angesiedelt sind Marken wie Bosch, Siemens und Neff. Im unteren Segment sind Produkte von Herstellern wie Whirlpool, Beko und Groenje wiederzufinden.

Ein relativ neuer Trend bei Dunstabzugshauben sind Downdraft-Modelle, bei denen die Luft nach unten eingezogen wird. Der Vorteil besteht darin, dass diese Lösung wesentlich weniger sichtbar ist. Neben den üblichen Herstellern finden sich hier vor allem spezialisierte Premiumhersteller wie Berbel und Bora wieder.

Mikrowellen und eingebaute Kaffeevollautomaten sind ebenfalls Teil vieler Küchen. Im Bereich Mikrowellen sind neben den üblichen Herstellern auch eine Reihe weitere Marken aktiv. Im Premiumsegment bietet beispielsweise KitchenAid stylische Mikrowellenmodelle an. Im mittleren Preissegment gibt es zusätzlich zu den gängigen Herstellern wie Siemens auch Produkte von Sharp oder Panasonic. Preislich etwas tiefer angesiedelt sind Marken wie OK und Koenic. Eingebaute Kaffeevollautomaten werden von den üblichen Herstellern wie Miele, Bosch und Electrolux angeboten.

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